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Wochenrückblick KW 25: SPI-Proxy gewinnt 1,45 Prozent, SMI legt 1,12 Prozent zu

Die Schweizer Börse beendete die Woche freundlich, aber nicht euphorisch. Die SNB blieb bei null Prozent, während Straumann, Idorsia und ausgewählte Nebenwerte für Bewegung sorgten.

Die Schweizer Börse hat eine ereignisreiche Woche mit einem soliden Plus abgeschlossen. Der als SPI-Näherung beobachtete UBS Core SPI ETF (SPICHA) stieg auf Wochenbasis um 1,45 Prozent und schloss bei 88,90 Franken. Der Leitindex SMI beendete die Woche bei 13’774 Punkten und gewann 1,12 Prozent. Das klingt nach einer ruhigen Bilanz, war es aber nur auf Indexebene. Unter der Oberfläche bewegten die SNB, neue Konjunkturprognosen und mehrere Einzeltitel den Markt deutlich stärker.

Woche im Überblick

Der Schweizer Markt startete mit Rückenwind in die Woche. Zu Beginn half die Hoffnung auf eine Entspannung im Konflikt zwischen den USA und Iran, was Ölpreis- und Inflationssorgen etwas dämpfte. Zyklische Aktien waren deshalb zeitweise gesucht, während defensive Schwergewichte nicht durchgehend führten. Am Mittwoch und Donnerstag rückte die Geldpolitik wieder ins Zentrum: Die Schweizerische Nationalbank beliess den Leitzins wie erwartet bei 0,0 Prozent.

Für Anleger war die SNB-Botschaft zweigeteilt. Einerseits spricht die tiefe Inflation weiterhin gegen rasche Zinserhöhungen. Andererseits machte die Notenbank klar, dass sie die Frankenentwicklung aufmerksam verfolgt und bei einer raschen, übermässigen Aufwertung eingreifen würde. In einem Umfeld mit geopolitischen Risiken bleibt der Franken damit ein zentraler Faktor für Schweizer Exporttitel.

Der breite Markt zeigte sich robuster als der Nachrichtenfluss. Der SPI-Proxy SPICHA gewann 1,45 Prozent, der SMI 1,12 Prozent. Besonders auffällig: Die Wochengewinne kamen nicht nur aus den klassischen defensiven Schwergewichten. Medtech, Industrie und ausgewählte Nebenwerte trugen sichtbar zur Marktbreite bei. Das ist konstruktiv, auch wenn die Stimmung nicht sorglos ist.

Top-Mover der Woche

Bei den Schweizer SIX-Titeln mit mehr als 100 Millionen Franken Marktkapitalisierung führte Idorsia die Gewinnerliste an. Die Aktie legte auf Wochenbasis 26,1 Prozent zu und schloss bei 5,68 Franken. Biotech bleibt ein volatiles Segment, doch genau deshalb fallen positive Impulse hier besonders stark ins Gewicht.

Auf Rang zwei folgte Centiel mit einem Plus von 20,9 Prozent auf 8,22 Franken. Der Titel ist deutlich kleiner und weniger liquide als die bekannten Blue Chips, zeigte diese Woche aber eine der stärksten Bewegungen im Schweizer Kurszettel. Leonteq komplettierte die Top drei mit einem Wochengewinn von 17,2 Prozent auf 17,20 Franken. Bei Finanz- und strukturierten Produktanbietern bleibt die Bewertung stark stimmungsabhängig; diese Woche war die Stimmung klar besser.

Unter den grösseren Namen stach Straumann hervor. Die Aktie gewann knapp 12 Prozent auf 104,65 Franken, nachdem der Dentalimplantate-Hersteller die Margenerwartungen für 2026 deutlich anhob. Auch Accelleron und Comet gehörten mit zweistelligen Wochengewinnen zu den auffälligen Gewinnern.

Auf der Verliererseite stand Banque Cantonale du Jura mit minus 19,6 Prozent an der Spitze der Abgaben. Bystronic verlor 18,6 Prozent auf 146 Franken, Cicor Technologies gab 14,3 Prozent auf 123 Franken nach. Ebenfalls schwach waren Kuros Biosciences und Siegfried, die zweistellig beziehungsweise knapp zweistellig nachgaben. Bei diesen Titeln zeigte sich, dass Anleger trotz freundlichem Gesamtmarkt selektiv bleiben und Enttäuschungen hart bestrafen.

Wichtigste News

Die zentrale Schweizer Nachricht war der SNB-Entscheid. Der Leitzins bleibt bei 0,0 Prozent. Die Nationalbank verwies auf eine weiterhin moderate Inflation, sieht aber wegen höherer Energiepreise und Frankenbewegungen Risiken. Für den Aktienmarkt ist das vorerst ein stützendes Umfeld: Finanzierungskosten bleiben tief, und die SNB signalisiert keine geldpolitische Straffung.

Gleichzeitig wurde der Konjunkturausblick vorsichtiger. Das KOF-Institut warnte, dass ein Ölpreisschock die Schweizer Wirtschaft stärker bremsen könnte als bisher erwartet. Im entsprechenden Szenario läge das sportbereinigte BIP-Wachstum 2026 nur noch bei 0,5 Prozent und 2027 bei 1,0 Prozent. Für exportorientierte Industrie- und Konsumwerte ist das ein Warnsignal, auch wenn die Schweiz im internationalen Vergleich weiterhin solide dasteht.

Auf Unternehmensebene gehörte Straumann zu den meistbeachteten Meldungen. Die angehobene Margenprognose wurde vom Markt klar honoriert und gab dem Medtech-Sektor zusätzlichen Schub. Daneben standen Givaudan, EMS-Chemie, Partners Group und Sonova im Tageshandel mehrfach im Fokus. Das Muster war typisch für eine Woche mit wenig grosser Berichtssaison: Einzelmeldungen und Analystenkommentare bewegten die Kurse stärker als Quartalszahlen.

Ausblick nächste Woche

Die kommende Woche bringt in der Schweiz weniger grosse Notenbanktermine, aber mehrere wichtige Konjunktur- und Stimmungsindikatoren. Am Montag stehen der KOF Consensus Forecast sowie die zweite Schätzung der BFS-Logiernächte für Mai an. Diese Daten sind interessant für den Tourismussektor und für die Frage, wie robust die Inlandnachfrage in die Sommersaison startet.

Am Dienstag folgt die SNB-Zahlungsbilanz, am Mittwoch der UBS-CFA-Index für Juni. Gerade der UBS-CFA-Index dürfte Beachtung finden, weil er zeigt, ob Finanzanalysten nach SNB-Entscheid, Ölpreissorgen und geopolitischer Entspannung wieder optimistischer werden. International bleiben US-Inflationsdaten, Fed-Kommunikation und die Entwicklung beim Ölpreis die wichtigsten Taktgeber.

Für Schweizer Anleger ist die Ausgangslage damit freundlich, aber anspruchsvoll. Die Woche brachte ein Plus im SPI-Proxy und im SMI, doch die Top-Mover zeigen: Die grossen Chancen lagen zuletzt weniger im Index, sondern in der Titelselektion. Solange die SNB bei null Prozent bleibt und der Franken nicht zu stark aufwertet, bleibt der Markt unterstützt. Der nächste Prüfstein ist, ob die Konjunkturdaten diese Stabilität bestätigen.


finpost.ch — Unabhängiger Schweizer Finanzblog. Quellen: TradingView Swiss Market Scanner, SIX/Indexdaten, Finanz und Wirtschaft, cash.ch, SNB, KOF, BFS. Alle Angaben ohne Gewähr.

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