🔔 Marktöffnung — 23. Juni 2026
Der SMI wird deutlich tiefer erwartet: Nasdaq-Schwäche, rote Asien-Börsen und Zinsangst drücken die Stimmung.
Der Schweizer Aktienmarkt dürfte am Dienstag mit klaren Abgaben starten. Die schwache Nasdaq, rote Vorgaben aus Asien und steigende Zinsnervosität belasten die Risikostimmung. Defensive Qualitäten helfen dem SMI heute nur bedingt, denn vorbörslich stehen nahezu alle Blue Chips unter Druck.
🌍 Internationales Umfeld
Die Wall Street lieferte über Nacht ein gemischtes, für Europa aber eher belastendes Signal. Der Dow Jones Industrial stieg am Montag um 0,29% auf 51’712,71 Punkte. Der S&P 500 gab dagegen 0,37% auf 7’472,79 Punkte nach, der Nasdaq Composite verlor 1,32% auf 26’166,60 Punkte. Besonders Technologiewerte standen unter Druck, belastet von höheren Renditen und schwachen Kursen grosser Wachstumswerte.
In Asien ist das Bild am Morgen ebenfalls negativ. Der Hang Seng notierte zur Mittagszeit in Hongkong rund 1,1% tiefer, während auch der Nikkei 225 nachgab. Damit fehlt den europäischen Börsen zum Start ein stabilisierender Impuls aus Fernost. Parallel bleibt der Ölpreis nach der jüngsten Entspannung volatil, was die Einschätzung von Inflation und Notenbankpolitik erschwert.
🇨🇭 SPI/SMI zur Eröffnung
Die Schweizer Vorbörse signalisiert einen schwachen Start. Marktberichte erwarten den SMI am Dienstag fast 1% tiefer; zeitweise lagen in den vorbörslichen Indikationen alle 20 SMI-Titel im Minus. SPI und SLI dürften der Bewegung des Leitindex folgen.
Belastend wirken vor allem die schwächeren internationalen Vorgaben und die Nervosität vor neuen Konjunkturdaten. Nach dem SNB-Entscheid der Vorwoche bleibt das Schweizer Zinsumfeld zwar unterstützend, kurzfristig dominieren aber globale Risikofaktoren: Tech-Schwäche in den USA, Korrektur an asiatischen Börsen und die Frage, ob steigende Energiepreise wieder in die Inflationsdebatte zurückkehren.
📰 Schweizer News zum Start
Aryzta steht mit einer Akquisition im Fokus. Die Tochtergesellschaft übernimmt in Frankreich den Vertriebsspezialisten Société Européenne des Beurres. Für den Backwarenkonzern ist das ein Schritt zur Stärkung des Frankreich-Geschäfts und der lokalen Vertriebsstruktur.
Avolta baut derweil seine Präsenz in Asien aus und steigt über die Übernahme von DFS Okinawa stärker in den japanischen Travel-Retail-Markt ein. Die Meldung passt zur strategischen Ausrichtung des Reisedetailhändlers, Wachstum über Flughäfen und touristisch starke Standorte in Asien zu suchen.
Auch Lonza liefert eine buchhalterisch relevante Meldung: Der Pharmazulieferer hat die Halbjahreszahlen 2025 angepasst und weist das Geschäft mit Kapseln und Nahrungsergänzungsmitteln als aufgegebenen Geschäftsbereich aus. Bei UBS steht zudem eine Rückzahlung von Hybridkapital im Blick, was am Anleihemarkt als Kapitalstruktur-Signal gelesen wird.
📅 Heute im Fokus
Makroseitig stehen heute vor allem Einkaufsmanagerindizes im Zentrum. Für die Eurozone werden am Vormittag vorläufige PMI-Daten für Industrie und Dienstleistungen erwartet, später folgen entsprechende US-Daten. Diese Zahlen sind wichtig, weil sie zeigen, ob die Wirtschaft trotz höherer Renditen und geopolitischer Unsicherheit stabil bleibt.
Daneben schauen Anleger auf die wöchentlichen ADP-Beschäftigungsdaten in den USA sowie auf die Kommunikation der Notenbanken. In der Schweiz bleibt der Markt nach der SNB-Sitzung der Vorwoche vor allem vom Franken, vom Ölpreis und von den globalen Risikoimpulsen abhängig.
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