Wochenrückblick KW 26: SMI steigt 2,90 Prozent und markiert Rekordhoch
Die Schweizer Börse schloss eine starke Woche trotz schwachem Freitag klar im Plus ab. Der SMI erreichte ein neues Rekordhoch, während Idorsia, Gurit und Luzerner KB im breiten Markt auffielen.
Die Schweizer Börse hat die letzte Juniwoche mit einem klaren Plus abgeschlossen. Der breite SPI schloss am Freitag bei 19’909 Punkten und lag damit 2,23 Prozent über dem Stand der Vorwoche. Der SMI gewann auf Wochenbasis sogar 2,90 Prozent und beendete die Woche bei 14’173 Punkten. Dass der Leitindex am Freitag 0,42 Prozent verlor, änderte wenig am freundlichen Gesamtbild: Am Donnerstag hatte der SMI zuvor bei 14’267 Punkten ein neues Rekordhoch markiert.
Woche im Überblick
Der Schweizer Markt startete zurückhaltend in die Woche. Die Lage im Nahen Osten blieb ein Unsicherheitsfaktor, und zu Wochenbeginn war noch nicht klar, ob die Risikobereitschaft nach dem starken Juni anhält. Ab Dienstag drehte das Bild aber sichtbar. Der SMI gewann am Dienstag 0,45 Prozent, am Donnerstag folgte mit plus 0,81 Prozent der stärkste Impuls der Woche. Der SPI sprang am Donnerstag über die Marke von 20’000 Punkten und schloss bei 20’050,78 Zählern.
Am Freitag kam dann die Abkühlung. Belastet wurde die Stimmung vor allem durch den internationalen Technologiesektor. In den USA gerieten Halbleiter- und KI-Werte nach einer starken Vorwoche unter Druck; auch in Asien war die Vorgabe schwach. In Zürich traf das besonders Logitech, ABB und weitere zyklische oder technologienahe Titel. Der SMI fiel auf 14’173 Punkte zurück, der SPI rutschte wieder unter 20’000 Punkte.
Trotzdem bleibt die Wochenbilanz deutlich positiv. Der breite Markt legte von 19’475,48 auf 19’909 Punkte zu, der SMI von 13’774,02 auf 14’173 Punkte. Das ist nicht nur ein technischer Fortschritt, sondern auch ein Signal, dass Anleger Schweizer Qualitätstitel weiter suchen. Finanzwerte, Versicherer und ausgewählte Industrieaktien hielten den Markt stabil, während die defensiven Schwergewichte Nestlé, Roche und Novartis am Freitag kein einheitliches Bild zeigten.
Top-Mover der Woche
Im breiten Schweizer Markt stand Idorsia im Mittelpunkt. Die Aktie beendete den Freitag mit einem Plus von 14 Prozent und gehörte auch auf Wochensicht zu den auffälligsten Gewinnern. Auslöser war der bestätigte Darlehensvertrag mit Pharmakon Advisors über bis zu 250 Millionen Franken. Die erste Tranche von 150 Millionen Franken ersetzt eine bestehende Finanzierung und nimmt kurzfristig Druck von der Bilanz. Für ein Biotech-Unternehmen mit angespannter Finanzierungslage ist das ein wichtiger Stimmungswechsel.
Ebenfalls stark war Gurit. Die Aktie legte am Freitag 7,3 Prozent zu und wurde durch eine Hochstufung der UBS gestützt. Die Argumentation dahinter: bessere Marktbedingungen in der Windenergie, ein schlankeres Portfolio und die Chance auf profitableres Wachstum ab 2026. Luzerner Kantonalbank gewann am Freitag 5,5 Prozent, PolyPeptide 4,4 Prozent. Finanz und Wirtschaft führte zudem Skan unter den Gewinneraktien der Woche.
Auf der Verliererseite dominierten am Freitag kleinere und technologienahe Werte. Centiel fiel 9,5 Prozent, AMS Osram verlor 5,7 Prozent und R&S Group gab 5,1 Prozent nach. Bei den Blue Chips war Logitech mit minus 3,8 Prozent der schwächste Titel des Tages. Der Rückgang passt zum internationalen Bild: Nach dem KI- und Halbleiterlauf nahmen Anleger Gewinne mit und reduzierten Risiko in Aktien, die direkt oder indirekt vom Technologiezyklus abhängen.
Wichtigste News
Die wichtigste Schweizer Makronachricht kam vom Internationalen Währungsfonds. Der IWF lobte die solide Schweizer Wirtschaft und begrüsste die verschärfte Bankenregulierung nach der CS-Übernahme durch UBS. Gleichzeitig bleibt der Wachstumsausblick verhalten: Für 2026 wird ein deutlich unterdurchschnittliches Wachstum erwartet, bevor sich die Konjunktur 2027 wieder stärker erholen dürfte.
Auch die Schweizer Konjunkturprognosen blieben vorsichtig. Der Bund rechnet für 2026 mit einem BIP-Wachstum von 0,9 Prozent, gefolgt von 1,6 Prozent im Jahr 2027. Damit bleibt die Schweiz zwar stabil, aber nicht dynamisch. Für den Aktienmarkt ist das zweischneidig: Tieferes Wachstum spricht gegen aggressive Gewinnschätzungen, gleichzeitig bleibt das Zinsumfeld unterstützend.
Auf Unternehmensebene waren neben Idorsia vor allem einzelne Analystenkommentare und Kapitalmarktthemen kursrelevant. Gurit profitierte von der UBS-Hochstufung, DocMorris stand nach einem Sparprogramm mit Stellenabbau im Fokus, und bei Swiss Re, Swiss Life und Partners Group zeigte sich am Freitag eine Nachfrage nach Finanzwerten. Das half dem Markt, den Tech-Rücksetzer einzugrenzen.
Ausblick nächste Woche
Die kommende Woche bringt mehrere Schweizer Konjunktur- und Marktdaten. Am Montag stehen Generalversammlungen von Addex und Wisekey an. Am Dienstag folgen das KOF-Konjunkturbarometer für Juni, die SNB-Zahlen zu den Devisenmarktinterventionen im ersten Quartal sowie der UBS Global Wealth Report 2026. Diese Daten sind besonders interessant, weil sie Hinweise auf Konjunkturdynamik, Frankenpolitik und Vermögensentwicklung liefern.
Am Mittwoch kommen Detailhandelsumsätze für Mai, Dienstleistungsumsätze für April und der Einkaufsmanagerindex für Juni. Gerade der PMI dürfte zeigen, ob die Schweizer Industrie nach dem soliden Börsenlauf auch realwirtschaftlich Rückenwind bekommt. International blicken Anleger auf Einkaufsmanagerdaten aus Europa und den USA sowie auf US-Arbeitsmarktdaten vor dem verlängerten amerikanischen Feiertagswochenende.
Für Schweizer Anleger ist die Ausgangslage damit konstruktiv, aber nicht sorglos. Der SMI hat ein Rekordhoch erreicht, der SPI bleibt nahe der 20’000-Punkte-Marke, und die Marktbreite war besser als in vielen defensiven Phasen. Gleichzeitig zeigte der Freitag, wie schnell internationale Tech-Schwäche auch Zürich erreicht. Die nächste Woche wird zeigen, ob der Schweizer Markt das Rekordniveau mit Konjunkturdaten untermauern kann.
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