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Wochenrückblick KW 30: SPI verliert 0,43 Prozent trotz starkem Freitag

Die Schweizer Börse beendete eine volatile Woche leicht tiefer. Der SPI schloss bei 20’069,67 Punkten, der SMI bei 14’327,20 Punkten, während Swatch nach Halbjahreszahlen deutlich unter Druck kam.

Die Schweizer Börse hat die Woche mit einem versöhnlichen Freitag beendet, konnte den Rückstand aus der Wochenmitte aber nicht ganz wettmachen. Der breite SPI schloss am Freitag bei 20’069,67 Punkten und lag damit 0,43 Prozent unter dem Vorwochenschluss. Der SMI beendete die Woche bei 14’327,20 Punkten, ein Minus von 0,12 Prozent. Das klingt ruhig, doch unter der Oberfläche war viel Bewegung: Swatch, EFG und mehrere Nebenwerte gerieten deutlich unter Druck, während Adecco, Bossard und Roche zu den positiven Akzenten gehörten.

Woche im Überblick

Der Wochenstart war verhalten. Der SPI fiel am Montag um 0,61 Prozent auf 20’033 Punkte, der SMI gab 0,62 Prozent auf 14’254 Punkte nach. Am Dienstag folgte eine Stabilisierung, bevor der Mittwoch kaum Richtung brachte. Die eigentliche Belastung kam am Donnerstag: Der SPI verlor 0,79 Prozent, der SMI 0,71 Prozent. Erst am Freitag drehte die Stimmung wieder. Der SPI legte 0,69 Prozent zu, der SMI sogar 0,79 Prozent.

Damit blieb das Wochenbild gemischt. Einerseits hielt der SPI die psychologisch wichtige Marke von 20’000 Punkten. Andererseits zeigt die Woche, wie schwer sich der Schweizer Markt nahe seiner jüngsten Hochs tut. Die Ausschläge bei Einzeltiteln waren deutlich grösser als die Indexbewegungen vermuten lassen.

Der SMI zeigte sich robuster als der Gesamtmarkt, gestützt von Roche und Logitech. Der SPI wurde dagegen stärker von mittelgrossen und kleineren Titeln belastet. Die Marktbotschaft ist klar: Nach dem starken ersten Halbjahr selektieren Anleger wieder härter.

Top-Mover der Woche

Auf der Gewinnerseite führte Centiel die Liste der Schweizer SIX-Titel mit einer Marktkapitalisierung über 100 Millionen Franken an. Die Aktie gewann 17,79 Prozent. Das Handelsvolumen ist bei solchen Titeln allerdings begrenzt, weshalb die Bewegung mit Vorsicht zu lesen ist. Bossard legte 12,32 Prozent zu. Der Industriezulieferer profitierte von besserer Nachfrage nach zyklischen Qualitätswerten. Adecco gewann 11,16 Prozent und setzte damit ein deutliches Zeichen, dass der Markt dem Personaldienstleister nach einer längeren Durststrecke wieder mehr zutraut.

Knapp dahinter folgten Idorsia mit plus 8,92 Prozent und Montana Aerospace mit plus 7,36 Prozent. Bei den grösseren Titeln stachen Roche mit rund 6,6 Prozent und Logitech mit 6,5 Prozent hervor.

Auf der Verliererseite stand Swatch Group klar im Zentrum. Die Inhaberaktie verlor 17,48 Prozent, die Namenaktie 16,07 Prozent. Auslöser waren enttäuschende Halbjahreszahlen: Zwar stieg der Umsatz laut Branchenberichten währungsbereinigt, doch der operative Gewinn fiel deutlich. Der Markt sah darin vor allem eine Margengeschichte, nicht eine Wachstumsgeschichte.

Der zweitgrösste Verlierer war EFG International mit minus 13,62 Prozent. Die Privatbank meldete Halbjahreszahlen, die beim Gewinn unter den Erwartungen lagen. Calida verlor 12,59 Prozent, Gurit 11,78 Prozent und Ascom 10,85 Prozent. Auch Temenos gab mit minus 10,24 Prozent deutlich nach. Die Verliererliste zeigt: Die Woche bestrafte nicht nur schwache Zahlen, sondern auch Titel, bei denen Anleger wenig Fehlertoleranz übrigliessen.

Wichtigste News

Makroseitig war der Aussenhandel die wichtigste Schweizer Zahl der Woche. Der Handelsüberschuss sank im Juni auf 3,8 Milliarden Franken nach 5,5 Milliarden Franken im Mai. Exporte fielen gegenüber Vorjahr um 4,3 Prozent auf 24,3 Milliarden Franken. Besonders schwach waren Chemie und Pharma sowie Europa als Absatzregion. Für die Schweiz ist das relevant, weil der Exportmotor trotz stabiler Binnenkonjunktur weiter stark vom globalen Umfeld abhängt.

Ein besseres Signal kam aus der Uhrenindustrie. Die Schweizer Uhrenexporte stiegen im Juni um 11,2 Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Franken. Das half der Branchenstimmung, änderte aber nichts daran, dass einzelne Unternehmen sehr unterschiedlich profitieren. Genau deshalb reagierte Swatch trotz positiver Branchendaten so schwach: Umsatzwachstum allein genügt nicht, wenn die Marge fehlt.

Auch die Bauwirtschaft lieferte robuste Daten. Die Bauinvestitionen stiegen 2025 nominal um 3,5 Prozent. Der Hochbau legte um 3,6 Prozent zu, der Tiefbau um 3,2 Prozent. In einem Umfeld, in dem Konsumstimmung und Exportnachfrage nur begrenzt tragen, bleibt der Bau damit ein stabilisierender Faktor der Schweizer Binnenwirtschaft.

Ausblick nächste Woche

Die kommende Woche wird stark von internationalen Terminen geprägt. Im Zentrum steht am Mittwoch der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed. Für Schweizer Anleger geht es weniger um eine Überraschung beim Leitzins als um den Tonfall: Jede Verschiebung der US-Zinserwartungen wirkt über Dollar, Franken und globale Risikobereitschaft direkt auf den SMI.

In Europa stehen BIP- und Inflationsdaten an, unter anderem aus Deutschland und der Eurozone. Dazu kommen am Freitag Einkaufsmanagerdaten aus China und der Zinsentscheid der Bank of Japan. Für Schweizer Zykliker wie ABB, Sika, Holcim, Adecco oder Kühne+Nagel sind diese Daten wichtiger als der relativ ruhige Schweizer Kalender.

Aus Schweizer Sicht veröffentlicht die SNB am Montag wichtige geldpolitische Daten, am Mittwoch folgen die Finanzierungsrechnungen für das erste Quartal. Grosse Signale zur Geldpolitik sind daraus kaum zu erwarten, doch der Markt wird genau hinschauen, ob Frankenstärke, Handelszahlen und tiefe Inflation zusammen wieder Druck auf die SNB-Erwartungen bringen.

Technisch bleibt die Lage einfach: Der SPI muss die Marke von 20’000 Punkten verteidigen, der SMI die Zone um 14’250 Punkte. Gelingt das, bleibt die jüngste Schwäche eine normale Konsolidierung. Fallen diese Marken, dürfte der Markt tiefer nach Unterstützung suchen.


finpost.ch — Unabhängiger Schweizer Finanzblog. Quellen: Investing.com, SIX, TradingView Screener, Trading Economics, SECO/FSO, FH Federation of the Swiss Watch Industry, Swissinfo, MarketWatch, SNB Kalender. Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlageberatung.

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