KI POST

Wochenrückblick KW 31: SPI steigt 0,39 Prozent trotz schwachem Schluss

Die Schweizer Börse beendete die Woche leicht im Plus, gab am Freitag aber einen Teil der Gewinne ab. Sika, Clariant und Forbo prägten die Gewinnerseite, während UBS, SNB-Zahlen und der KOF-Barometer die Nachrichtenlage bestimmten.

Die Schweizer Börse hat die letzte Juliwoche mit einem kleinen Plus abgeschlossen. Der breite SPI, gemessen am SPICHA.SW, stieg von 91,74 auf 92,10 Punkte und gewann damit 0,39 Prozent. Der SMI legte von 14’327,20 auf 14’346,14 Punkte zu, ein Plus von 0,13 Prozent. Das Wochenbild war besser als der schwache Freitag vermuten liess: Zur Wochenmitte hatte der Markt klar fester tendiert, bevor Gewinnmitnahmen und vorsichtigere internationale Vorgaben den Aufwärtsdrang bremsten.

Woche im Überblick

Der Start in die Woche war freundlich. Am Montag schloss der SMI bei 14’421,97 Punkten, am Dienstag folgte der stärkste Tag der Woche mit einem Anstieg auf 14’571,33 Punkte. Damit rückte der Leitindex wieder nahe an seine jüngsten Rekordstände heran. Auch der SPI profitierte von Nachfrage nach Qualitätswerten und zyklischen Titeln.

Ab Mittwoch drehte das Bild. Der SMI fiel zunächst auf 14’486,10 Punkte, am Donnerstag auf 14’392,49 Punkte und am Freitag schliesslich auf 14’346,14 Punkte. Der Markt gab damit fast den gesamten Wochengewinn wieder ab. Unter dem Strich bleibt eine Woche der selektiven Erholung: Firmen mit überzeugenden Halbjahreszahlen wurden belohnt, während defensive Schwergewichte keinen klaren Schub lieferten.

Top-Mover der Woche

Auf der Gewinnerseite stand LEM Holding mit einem Plus von 30,58 Prozent an der Spitze der beobachteten Schweizer Aktien. Die Aktie ist weniger liquide als die grossen SPI-Werte, weshalb die Bewegung nicht eins zu eins als breites Marktsignal gelesen werden sollte.

Der wichtigste Gewinner unter den liquideren Titeln war Clariant mit plus 23,23 Prozent. Der Spezialchemiekonzern bestätigte trotz schwierigem Umfeld seine Jahresziele: Der Umsatz soll in Lokalwährungen etwa stabil bleiben, die EBITDA-Marge vor Sondereffekten bei rund 18 Prozent liegen.

Ebenfalls stark war Autoneum mit plus 19,63 Prozent. Dahinter folgten Forbo mit plus 17,37 Prozent und Sika mit plus 16,68 Prozent. Sika war besonders relevant: Das Unternehmen meldete im ersten Halbjahr ein Umsatzwachstum von 4,0 Prozent in Lokalwährungen und erhöhte die Wachstumserwartungen für das Gesamtjahr.

Auf der Verliererseite führte Gurit die Liste mit minus 10,10 Prozent an. Curatis verlor 8,94 Prozent, Valiant gab 7,47 Prozent nach. Bei Valiant fiel die Schwäche besonders auf, weil Banktitel insgesamt nicht grundsätzlich unter Druck standen.

Weitere Verlierer waren Accelleron mit minus 5,39 Prozent, Comet mit minus 5,28 Prozent und Logitech mit minus 4,51 Prozent. Bei Logitech wirkte die internationale Tech-Stimmung belastend.

Wichtigste News

Die wichtigste Unternehmensmeldung kam von UBS. Die Grossbank meldete für das zweite Quartal einen Reingewinn von 2,8 Milliarden Dollar und für das erste Halbjahr 5,8 Milliarden Dollar. Die verwalteten Vermögen lagen bei 7,3 Billionen Dollar. Zusätzlich kündigte UBS ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 3 Milliarden Dollar bis Mitte 2027 an.

Makroseitig lieferte der KOF-Konjunkturbarometer ein positives Signal. Der Indikator stieg im Juli auf 103,5 Punkte nach revidiert 102,1 Punkten im Juni und lag damit über den Erwartungen. Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, übrige Dienstleistungen, Bau und Industrie signalisierten eine freundlichere Perspektive.

Auch die Schweizerische Nationalbank rückte in den Blick. Die SNB meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Gewinn von 25,2 Milliarden Franken. Haupttreiber waren die Fremdwährungspositionen, während die Goldbestände belasteten. Rückschlüsse auf Ausschüttungen oder die nächste Zinsentscheidung bleiben trotzdem vorsichtig zu ziehen.

Ausblick nächste Woche

Die neue Woche beginnt mit einem wichtigen Inlandtermin: Am Montag werden die Schweizer Konsumentenpreise für Juli erwartet. Nach einer Jahresteuerung von 0,5 Prozent im Juni bleibt die Frage, ob die Inflation weiter komfortabel im SNB-Zielband bleibt.

International richtet sich der Blick auf die US-Konjunktur. Besonders wichtig werden die ISM-Daten und der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Nach dem jüngsten Fed-Entscheid achten Anleger darauf, ob der Arbeitsmarkt stark genug bleibt, um eine restriktivere Haltung zu rechtfertigen.

In Europa stehen Konjunkturdaten aus der Eurozone im Fokus, während China mit Einkaufsmanager- und Handelsdaten Hinweise auf die Nachfrage aus Asien liefert. Für Schweizer Zykliker wie Sika, ABB, Kühne+Nagel, Adecco oder Schindler sind diese Signale wichtiger als der ruhige heimische Datenkalender.

Technisch bleibt die Lage konstruktiv, aber nicht frei von Warnzeichen. Der SMI konnte die Woche im Plus halten, verlor aber deutlich an Schwung. Die Zone um 14’300 Punkte bleibt die erste Unterstützung. Beim SPI zählt die Marke um 92 Punkte beziehungsweise im klassischen SPI die Region um 20’000 Punkte.


finpost.ch — Unabhängiger Schweizer Finanzblog. Quellen: Yahoo Finance, SIX, TradingView, UBS, SNB, KOF ETH, Clariant, Sika, Forbo, Trading Economics, Investing.com. Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlageberatung.

← Zurück zur Startseite