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Wochenrückblick KW 32: SPI steigt 1,73 Prozent, Amrize bremst den SMI

Der Schweizer Aktienmarkt hat eine freundliche Woche hinter sich. Der SPI legte 1,73 Prozent zu, der SMI gewann 1,39 Prozent, während Sandoz, Partners Group und Sika positiv auffielen.

Die Schweizer Börse hat die erste Augustwoche mit klaren Gewinnen beendet. Der breite SPI schloss am Freitag bei 20’509,58 Punkten und lag damit 1,73 Prozent höher als eine Woche zuvor. Der SMI beendete den Handel bei 14’544,91 Punkten, was einem Wochenplus von 1,39 Prozent entspricht. Damit blieb Zürich auf Rekordnähe, ohne in Euphorie zu verfallen: Die grossen defensiven Werte stützten, Industrie und Technologie halfen, einzelne Zahlenenttäuschungen verhinderten aber einen glatteren Wochenausklang.

Woche im Überblick

Der Wochenstart war bereits konstruktiv. Der SPI gewann am Montag 0,23 Prozent, am Dienstag und Mittwoch folgten mit plus 0,65 und plus 0,67 Prozent die stärksten Impulse. Am Donnerstag kam es zu einer kurzen Verschnaufpause, bevor der breite Markt am Freitag nochmals 0,31 Prozent zulegte.

Beim SMI verlief die Kurve ähnlich, aber etwas defensiver. Der Leitindex stieg von 14’371,77 Punkten am Montag auf 14’544,91 Punkte am Freitag. Der Mittwoch brachte mit 14’551,56 Punkten den höchsten Schlusskurs der Woche, am Donnerstag nahm der Markt nach einer vollen Zahlenagenda etwas Tempo heraus. Am Freitag reichten Gewinne bei Roche, UBS, Zurich, Swiss Re und ausgewählten Industrieaktien, um den Index trotz schwacher Amrize-Aktie im Plus zu halten.

International half die bessere Risikostimmung. Schwächere US-Arbeitsmarktdaten nährten Spekulationen, dass die US-Notenbank im Herbst vorsichtiger agieren könnte. Gleichzeitig blieb Europa fest. Für die Schweiz war das ein günstiges Umfeld: Qualitätstitel waren gefragt, und die Berichtssaison lieferte genug positive Einzelsignale.

Top-Mover der Woche

Im breiten SPI zeigte die offizielle Top/Flop-Liste zwar extreme Ausschläge bei sehr kleinen oder illiquiden Titeln. Für Anleger relevanter war diese Woche aber die Bewegung bei grösseren, handelbaren Schweizer Aktien. Besonders stark war Sandoz mit einem Wochenplus von 10,7 Prozent. Der Generikakonzern profitierte von robusten Halbjahresumsätzen; auch wenn der Gewinn die Erwartungen verfehlte, honorierte der Markt vor allem die Wachstumsdynamik.

Ebenfalls auffällig war Partners Group mit plus 9,0 Prozent. Der Titel hatte in den vergangenen Monaten viel Skepsis eingepreist, entsprechend gross war die Erleichterung über positive Signale aus dem Portfolio und neue Hinweise auf operative Wertsteigerung durch Effizienzprogramme. Sika gewann 6,7 Prozent. Hier halfen ein konstruktiverer Analystenton, solide Erwartungen an Volumen und Margen sowie die Hoffnung, dass sich der Bauchemiezyklus langsam stabilisiert.

Auf der Verliererseite standen Galenica mit minus 4,4 Prozent, Amrize mit minus 3,9 Prozent und Zurich Insurance mit minus 3,7 Prozent im Fokus. Bei Galenica belasteten tiefere Margen im ersten Halbjahr. Amrize fiel am Freitag besonders deutlich; im SMI war die Aktie mit einem Tagesminus von 8,78 Prozent der klare Ausreisser nach unten. Zurich präsentierte zwar starke Halbjahreszahlen, doch die Aktie gab nach der Veröffentlichung nach. In einem Markt nahe Höchstständen reicht gut manchmal nicht mehr für steigende Kurse.

Wichtigste News

Die wichtigste Makronachricht kam von der Inflation. Die Schweizer Konsumentenpreise fielen im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent; die Jahresteuerung sank auf 0,4 Prozent nach 0,5 Prozent im Juni. Damit bleibt die Schweiz deutlich unter den Inflationsraten vieler Nachbarländer. Für die SNB ist das komfortabel, aber auch heikel: Der Spielraum für Zinssenkungen ist gross, doch ein zu schwacher Franken wäre unerwünscht.

Auch die Stimmungsdaten zeichneten ein gemischtes Bild. Der procure.ch/UBS-Einkaufsmanagerindex für die Industrie fiel im Juli auf 53,2 Punkte nach 54,3 Punkten im Juni. Das ist immer noch Wachstum, aber mit nachlassendem Tempo. Die Konsumentenstimmung blieb schwach: Der SECO-Index lag im Juli bei minus 35 Punkten und damit zwei Punkte tiefer als im Vorjahr. Haushalte bleiben vorsichtig, insbesondere bei der eigenen finanziellen Lage und bei grösseren Anschaffungen.

Auf Unternehmensebene dominierte die Zahlenflut. Zurich meldete einen operativen Halbjahresgewinn von 4,8 Milliarden Dollar und einen Reingewinn von 3,5 Milliarden Dollar. Swiss Re kam im ersten Halbjahr auf 2,8 Milliarden Dollar Gewinn und bestätigte damit den starken Lauf der Rückversicherer. Swisscom sah sich nach sechs Monaten auf Kurs und bestätigte den Ausblick für 2026. Insgesamt war die Berichtssaison solide, aber selektiv: Gute Zahlen wurden belohnt, kleine Schwächen konsequent abgestraft.

Ausblick nächste Woche

In der kommenden Woche rücken vor allem internationale Daten in den Vordergrund. In den USA stehen die Juli-Inflation, Produzentenpreise, Detailhandelsumsätze und die erste Schätzung des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan an. Nach den zuletzt schwächeren Arbeitsmarktdaten können diese Veröffentlichungen die Zinserwartungen deutlich bewegen. Für Schweizer Aktien ist das relevant, weil tiefere US-Renditen typischerweise Qualitäts- und Dividendentitel stützen.

In Europa schauen Anleger auf Inflations- und Wachstumsdaten, darunter britische BIP-Zahlen und Industrieproduktion. Für die Schweiz ist der Inlandskalender ruhiger, wodurch Unternehmensnachrichten und internationale Vorgaben stärker ins Gewicht fallen dürften. Der SPI startet mit einem komfortablen Polster in die neue Woche, aber nahe der Marke von 20’500 Punkten steigt auch die Fallhöhe.

Die Ausgangslage bleibt konstruktiv: Der breite Markt ist fester als der SMI, die Sektorenrotation spricht für eine gesunde Marktbreite, und die Inflation bleibt tief. Gleichzeitig mahnen schwache Konsumentenstimmung, nachlassende Industrienachfrage und anspruchsvolle Bewertungen zur Vorsicht. Die nächste Woche wird zeigen, ob die Schweizer Börse den August-Lauf fortsetzen kann oder ob nach den starken ersten Handelstagen Gewinnmitnahmen einsetzen.


finpost.ch — Unabhängiger Schweizer Finanzblog. Quellen: MarketScreener, Simply Wall St, SECO, BFS, Trading Economics, FocusEconomics, Zurich Insurance, Swiss Re, Swisscom. Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlageberatung.

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