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Wochenrückblick KW 33: SPI verliert 0,97 Prozent trotz starkem BIP

Der Schweizer Aktienmarkt hat eine schwächere Woche hinter sich. Der SPI fiel um rund 0,97 Prozent, der SMI um 1,06 Prozent, obwohl die Schweizer Wirtschaft im zweiten Quartal überraschend kräftig wuchs.

Die Schweizer Börse hat die zweite Augustwoche mit Verlusten beendet. Der breite SPI schloss am Freitag bei 20’310,57 Punkten und lag damit rund 0,97 Prozent tiefer als eine Woche zuvor. Der SMI beendete den Handel bei 14’390,67 Punkten, was einem Wochenminus von 1,06 Prozent entspricht. Damit blieb der Markt zwar in Sichtweite seiner Rekordzone, doch nach der starken Vorwoche setzten sich Gewinnmitnahmen durch.

Bemerkenswert war der Kontrast zwischen Börse und Konjunktur: Am Freitag meldete das SECO für das zweite Quartal ein reales BIP-Wachstum von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Das war deutlich stärker als erwartet und das kräftigste Quartal seit 2021. Der Aktienmarkt reagierte trotzdem verhalten. Die Stärke war stark auf Chemie und Pharma konzentriert, während Franken, US-Zollrisiken und anspruchsvolle Bewertungen belasteten.

Woche im Überblick

Der Wochenverlauf war nach einem freundlichen Start zunehmend defensiv. Der SMI gewann am Montag noch 0,61 Prozent und erreichte damit den höchsten Schlusskurs der Woche. Danach kippte die Stimmung: Am Dienstag verlor der Leitindex 0,40 Prozent, am Mittwoch folgte mit minus 0,86 Prozent der schwächste Tag der Woche. Donnerstag brachte nur eine kurze Stabilisierung, bevor der Freitag mit minus 0,58 Prozent nochmals Druck brachte.

Beim SPI war das Bild ähnlich. Der breite Markt startete bei 20’509,58 Punkten aus der Vorwoche, kletterte am Montag auf 20’585,70 Punkte und gab danach Schritt für Schritt Terrain ab. Der Schlussstand von 20’310,57 Punkten zeigt: Es war keine Verkaufswelle, aber eine klare Konsolidierung. Besonders die zyklischeren und zinssensitiveren Bereiche hatten Mühe, während einzelne Nebenwerte dank Unternehmensmeldungen stark ausschlugen.

International blieb die Lage gemischt. In den USA standen Inflations- und Konsumdaten im Fokus, während die Anleger die nächste Fed-Sitzung bereits in die Kurse hineininterpretierten. Für die Schweiz ist diese Zinsdebatte doppelt relevant: Tiefere US-Renditen helfen Qualitätswerten, können aber den Franken stützen.

Top-Mover der Woche

Bei den grösseren, handelbaren Schweizer Aktien führte Komax die Gewinnerliste an. Die Aktie legte auf Wochensicht rund 32,9 Prozent zu und profitierte von der Rückkehr spekulativer Käufe in gedrückte Industrietitel. Ebenfalls stark war Bell Food Group mit plus 12,3 Prozent. SMG Swiss Marketplace Group gewann 10,6 Prozent und setzte damit die Erholung nach dem jüngsten Börsenverlauf fort.

Auf der Verliererseite stand Aryzta mit minus 13,6 Prozent klar im Fokus. Der Titel gab nach einer starken Phase deutlich nach; Gewinnmitnahmen und vorsichtigere Erwartungen im Konsumumfeld belasteten. Curatis verlor 10,9 Prozent und blieb damit anfällig für die üblichen Schwankungen kleinerer Biotech- und Healthcare-Titel. Swissquote fiel um 10,6 Prozent, obwohl die Aktie am Freitag leicht zulegen konnte. Nach dem starken Lauf im bisherigen Jahr reichte wenig, um Anleger zu Teilverkäufen zu bewegen.

Wichtigste News

Die wichtigste Nachricht kam vom SECO. Die Schweizer Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal real um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Industriesektor leistete den grössten Beitrag, besonders Chemie und Pharma. Auch der Dienstleistungssektor wuchs. Die Zahl ist stark, aber nicht ganz so breit abgestützt, wie sie auf den ersten Blick wirkt.

Gleichzeitig blieben die Preisdaten sehr moderat. Die Produzenten- und Importpreise lagen im Juli 2,1 Prozent unter dem Vorjahr. Das bestätigt den deflationären Druck auf vorgelagerten Stufen und gibt der SNB grundsätzlich Spielraum. Die Kehrseite: Tiefe Inflation und ein fester Franken erhöhen den Druck auf die Notenbank, im Herbst sehr sorgfältig zu kommunizieren.

Unternehmensseitig war die Woche selektiv. Alcon meldete Ergebnisse über den Erwartungen und gehörte am Freitag zu den stärkeren Blue Chips. Die Versicherungswerte blieben nach der Zahlenflut der Vorwoche im Blick.

Ausblick nächste Woche

In der kommenden Woche wird der Schweizer Kalender etwas wichtiger als zuletzt. Am Donnerstag stehen die Handelsbilanz für Juli sowie die Zahlen zu Importen und Exporten an. Nach dem starken BIP-Flash werden diese Daten genau gelesen: Bestätigen die Exporte die Dynamik aus Chemie und Pharma, oder war das zweite Quartal stark von Vorzieheffekten geprägt?

Ebenfalls am Donnerstag folgt die Schweizer Industrieproduktion für das zweite Quartal. Sie dürfte helfen, die BIP-Zahl besser einzuordnen. Wenn die Produktion breit anzieht, wäre das ein positives Signal für zyklische Schweizer Aktien. Bleibt die Stärke dagegen auf wenige Branchen begrenzt, dürfte der Markt vorsichtiger bleiben.

International achten Anleger auf die Fed-Protokolle, weitere US-Konjunkturdaten und die europäischen Einkaufsmanagerindizes. Für den SMI bleibt die Marke von 14’400 Punkten kurzfristig wichtig: Hält sie, wäre die Woche eher eine gesunde Abkühlung nach dem Sommeranstieg. Fällt sie klar, könnte der Markt tiefer in die Konsolidierung rutschen. Der SPI zeigt weiterhin mehr Marktbreite als der SMI, aber auch dort ist nach den jüngsten Gewinnen die Luft dünner geworden.

Die Ausgangslage bleibt zweigeteilt. Die Schweizer Wirtschaft überrascht positiv, die Inflation bleibt tief, und viele Unternehmen sind operativ solide unterwegs. Gleichzeitig ist viel Qualität bereits bezahlt. Nach oben braucht es neue Impulse; nach unten reichen schon kleine Enttäuschungen.


finpost.ch — Unabhängiger Schweizer Finanzblog. Quellen: SIX, cash.ch, Yahoo Finance, TradingView, SECO, Trading Economics, MarketWatch. Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlageberatung.

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