Wochenrückblick KW 39: SPI gewinnt 1,3 Prozent – SNB hält den Leitzins bei null
Der Schweizer Aktienmarkt erholt sich trotz Öl- und Zinssorgen. Die SNB bleibt bei 0 Prozent, während Technologiewerte die Gewinnerliste anführen.
Der Schweizer Aktienmarkt hat eine nervöse Woche mit einem Plus beendet. Sinkende Ölpreise sorgten am Montag für eine kräftige Erholung, ehe steigende Anleiherenditen und die weiterhin angespannte Lage im Nahen Osten die Gewinne wieder begrenzten. Unter dem Strich blieben SPI und SMI dennoch klar über dem Vorwochenschluss. Die geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank brachte derweil keine Überraschung: Der Leitzins bleibt bei 0 Prozent.
Woche im Überblick: Erholung mit angezogener Handbremse
Der breite Swiss Performance Index (SPI) schloss am Freitag bei 19’771,23 Punkten. Gegenüber dem Schlussstand vom 18. September entspricht dies einem Wochengewinn von 1,3 Prozent. Der Swiss Market Index (SMI) beendete die Woche bei 13’945,71 Punkten und legte damit 1,2 Prozent zu.
Den grössten Teil dieser Avancen erzielten beide Indizes gleich am Montag: Der SMI gewann 1,23 Prozent, der SPI 1,26 Prozent. Entspannung bei den Ölpreisen und Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte im Nahostkonflikt dämpften vorübergehend die Inflationsangst. Im weiteren Wochenverlauf geriet die Erholung jedoch ins Stocken. Der Ölpreis blieb hoch, während die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zeitweise über die Marke von 5 Prozent stieg. Damit wurde die Konkurrenz der Obligationen für Aktien spürbar stärker.
Am Freitag sorgten neue Hoffnungen auf eine Öffnung der Strasse von Hormus nochmals für etwas Entlastung. Der SMI schloss 0,29 Prozent höher, der SPI gewann 0,33 Prozent. Für einen Sprung über die Marke von 14’000 Punkten reichte es beim Leitindex auf Schlusskursbasis aber nicht.
Top-Mover der Woche: Halbleiter hui, Small Caps pfui
Bei den Schweizer Aktien führte AMS Osram die Gewinnerliste mit einem Wochenplus von 18,9 Prozent an. Der Halbleiterkonzern meldete einen technologischen Durchbruch bei Dünnschicht-Lasern für KI-Rechenzentren. Nach einem Kurssprung von fast 23 Prozent am Montag folgten zwar Gewinnmitnahmen, der Titel blieb aber klarer Wochensieger.
Ebenfalls gefragt waren weitere Technologiewerte. Inficon gewann 13,9 Prozent, LEM rückte um 13,3 Prozent vor. Bei LEM half eine markante Kurszielerhöhung, während der gesamte Schweizer Technologiesektor vom wieder aufgeflammten Interesse an KI-Infrastruktur profitierte.
Die stärksten Verluste verzeichneten kleinere und entsprechend schwankungsanfällige Titel. Xlife Sciences verlor 19,5 Prozent, Idorsia gab 10,2 Prozent nach und MindMaze Therapeutics fiel um 9,9 Prozent. Gerade bei Nebenwerten mit geringerem Handelsvolumen können einzelne Aufträge die Kursbewegungen erheblich verstärken. Die Ausschläge sind deshalb nicht eins zu eins mit der Entwicklung der grossen SMI-Titel vergleichbar.
SNB bestätigt den Nullzins
Die wichtigste Schweizer Nachricht der Woche kam am Donnerstag aus Zürich. Die SNB beliess ihren Leitzins bei 0 Prozent. Die Inflation sei von 0,6 Prozent im Mai auf 0,8 Prozent im August gestiegen, vor allem wegen höherer Preise für Erdölprodukte. Mittelfristig habe der Preisdruck aber nur leicht zugenommen.
Für 2026 erwartet die Nationalbank eine durchschnittliche Inflation von 0,7 Prozent, für 2027 und 2028 jeweils 0,8 Prozent. Das Schweizer Wirtschaftswachstum soll 2026 zwischen 1,5 und 2 Prozent liegen. Die SNB warnte zugleich, dass eine weitere Eskalation im Nahen Osten über höhere Energiepreise sowohl die Inflation anheizen als auch das Wachstum bremsen könnte. Der Entscheid signalisiert: Die geldpolitische Ruhe hält an, doch der Spielraum ist wegen der globalen Risiken begrenzt.
Aussenhandel liefert ein starkes Polster
Auch die Zahlungsbilanz fiel positiv auf. Der Leistungsbilanzüberschuss erreichte im zweiten Quartal 24 Milliarden Franken – 13 Milliarden mehr als im Vorjahresquartal. Hauptgrund war der Warenhandel. Zugleich stieg das Nettoauslandvermögen gegenüber dem Vorquartal um 22 Milliarden auf 986 Milliarden Franken.
Auf Unternehmensebene sorgte die turnusmässige Indexanpassung für Bewegung: Galderma und Sandoz wurden neu in den SMI aufgenommen, Kühne+Nagel und Swisscom mussten den Leitindex verlassen. Sandoz gehörte mit einem Wochenplus von mehr als 4 Prozent zu den stärkeren Blue Chips. Kühne+Nagel profitierte von einer vertieften Zusammenarbeit mit Amazon.
Ausblick: Schweizer Inflation und US-Arbeitsmarkt
Die kommende Woche bringt einen dichten Datenkalender. In der Schweiz stehen am Montag der KOF-Konjunkturindikator und Angaben zum Detailhandel im Fokus. Am Donnerstag folgen der Landesindex der Konsumentenpreise für September sowie der Einkaufsmanagerindex der Industrie. Nach dem starken Augustwert von 57,1 Punkten wird sich zeigen, ob die Schweizer Industrie ihre Expansion halten konnte.
International richtet sich der Blick auf die vorläufigen Inflationszahlen aus Deutschland und der Eurozone, den US-PCE-Preisindex sowie am Freitag auf den US-Arbeitsmarktbericht für September. Diese Daten dürften die Erwartungen für die nächsten Entscheide von Fed und EZB prägen. Daneben bleiben Ölpreis, Anleiherenditen und die Strasse von Hormus die kurzfristig wichtigsten Taktgeber. Bei den Schweizer Unternehmen stehen der Pharmatag von Roche am Montag und der Investorentag von Sika am Donnerstag an.
Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlageberatung.