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Wochenrückblick KW 40: SPI verliert 1,9 Prozent – Zinsangst drückt den Markt

Der Schweizer Aktienmarkt beendet vier schwache Handelstage mit einer kleinen Erholung. SPI und SMI verlieren rund 2 Prozent, während robuste Konjunkturdaten ein Gegengewicht setzen.

Der Schweizer Aktienmarkt hat eine schwierige Woche hinter sich. Steigende Renditen europäischer und amerikanischer Staatsanleihen nahmen den Aktien den Wind aus den Segeln, ehe ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht am Freitag für etwas Entspannung sorgte. Der breite Markt gab knapp 2 Prozent nach. Gleichzeitig überraschten die Schweizer Konjunkturdaten positiv: Das KOF-Barometer stieg, der Detailhandel wuchs und die Inflation blieb moderat.

Woche im Überblick: Vier Verlusttage, dann eine kleine Erholung

Der Swiss Performance Index (SPI) schloss am Freitag bei 19’397,24 Punkten. Gegenüber dem Vorwochenschluss von 19’771,23 Punkten entspricht dies einem Minus von 1,9 Prozent. Der Swiss Market Index (SMI) beendete die Woche bei 13’660,92 Punkten und verlor 2,0 Prozent.

Die Belastung war breit abgestützt. Von Montag bis Donnerstag schloss der Leitindex an jedem Handelstag tiefer. Besonders am Donnerstag beschleunigte sich der Rückgang: Der SMI fiel um 1,5 Prozent, der SPI um 1,4 Prozent. Hohe Anleiherenditen machten festverzinsliche Anlagen attraktiver und erhöhten zugleich den Diskontsatz, mit dem künftige Unternehmensgewinne bewertet werden.

Am Freitag drehte die Stimmung. Ein überraschend schwacher US-Arbeitsmarktbericht dämpfte die Sorge, die amerikanische Notenbank könnte die Zinsen weiter anheben. Der SMI gewann 0,3 Prozent, der SPI 0,34 Prozent. Für eine echte Wochenwende reichte dies nicht. Auffällig war zudem, dass die Pharmaschwergewichte Novartis und Roche auch am Erholungstag nachgaben und den Gesamtmarkt bremsten.

Top-Mover: Börsendebüt trifft auf harte Gewinnmitnahmen

Der spektakulärste Gewinner war Infomaniak. Die B-Aktie des Genfer Cloud-Anbieters nahm am Donnerstag nach einem Reverse Takeover den Handel an der SIX auf und lag zum Wochenschluss rund 56 Prozent über dem Referenzniveau. Die Kotierung bewertet die handelbaren B-Aktien zum Eröffnungskurs mit rund 262 Millionen Franken. Wegen der kurzen Börsenhistorie ist die Wochenperformance allerdings nur eingeschränkt mit etablierten SPI-Titeln vergleichbar.

Unter den liquiden Blue Chips gehörten ABB mit rund 2,2 Prozent sowie Richemont mit rund 2 Prozent zu den stärksten Titeln. Auch Logitech lag auf Wochensicht im Plus. Bemerkenswert ist die geringe Marktbreite: Im SMI schafften es lediglich Richemont, ABB und Logitech in positives Terrain.

Auf der Verliererseite führte Newron mit einem Wochenminus von rund 23 Prozent die Liste an. Gurit und Curatis verloren jeweils etwa 15 Prozent. Bei Gurit löste eine Herabstufung durch UBS auf «Neutral» Gewinnmitnahmen aus; die Aktie hatte sich seit Jahresbeginn zuvor annähernd vervierfacht. Am Freitag allein brach der Titel um 16 Prozent ein. Die Bewegung zeigt, wie rasch hohe Erwartungen bei kleineren Wachstumswerten neu bewertet werden können.

Schweizer Konjunktur sendet robuste Signale

Während die Börse schwächelte, hellten sich die Wirtschaftsdaten auf. Das KOF-Konjunkturbarometer stieg im September um 1,6 Punkte auf 109,1 Zähler. Damit liegt der Frühindikator klar über seinem mittelfristigen Durchschnitt. Besonders Industrie, Dienstleistungen und Bau entwickelten sich positiv; schwächer zeigten sich die Auslandsnachfrage sowie Finanz- und Versicherungsdienstleistungen.

Noch deutlicher fiel die neue KOF-Konjunkturprognose aus. Das Institut erwartet für 2026 neu ein sporteventbereinigtes reales BIP-Wachstum von 1,9 Prozent. Im Sommer waren es erst 0,8 Prozent gewesen. Für 2027 und 2028 rechnet die KOF mit jeweils 1,7 Prozent. Die Aufwärtskorrektur spiegelt das überraschend starke erste Halbjahr, ändert aber nichts an den Risiken durch Energiepreise und geopolitische Unsicherheit.

Auch der private Konsum lieferte Rückenwind. Die realen Detailhandelsumsätze stiegen im August gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent und übertrafen damit die Markterwartung. Gleichzeitig blieb der Landesindex der Konsumentenpreise im September gegenüber August unverändert. Die Jahresteuerung betrug 1,0 Prozent. Höhere Preise für Heizöl und Treibstoffe wurden durch günstigere Pauschalreisen, Mietwagen und Hotelübernachtungen ausgeglichen. Für die SNB ist das ein komfortables Bild: Wachstum ohne akuten Inflationsdruck.

Ausblick: Arbeitsmarkt, Devisenreserven und Fed-Protokoll

In der Schweiz beginnt die neue Woche am Montag mit den Logiernächten für August. Am Dienstag veröffentlicht das Seco die Arbeitsmarktdaten für September; im August hatte die Arbeitslosenquote bei 3,0 Prozent gelegen. Am Mittwoch folgen die Devisenreserven der SNB, am Freitag der Konsumentenstimmungsindex. Die Zahlen werden zeigen, ob der robuste Binnenmarkt auch zum Ende des dritten Quartals trägt.

International steht weniger ein Zinsentscheid als die Kommunikation der Notenbanken im Zentrum. Am Mittwoch veröffentlicht die US-Notenbank das Protokoll ihrer September-Sitzung, am Donnerstag folgt das Sitzungsprotokoll der EZB. Daneben sorgen der amerikanische ISM-Dienstleistungsindex sowie deutsche Auftragseingänge und Industrieproduktionsdaten für Impulse. Nach der schwachen US-Jobzahl dürften besonders alle Hinweise auf den nächsten Fed-Schritt die Anleiherenditen – und damit auch den Schweizer Aktienmarkt – bewegen.

Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlageberatung.

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