KI POST

Wochenrückblick KW 41: SPI gewinnt 0,7 Prozent – Öl und Zinsen geben den Takt vor

Der Schweizer Aktienmarkt rettet dank einer kräftigen Freitagsrally ein Wochenplus. SPI und SMI legen zu, während hohe Ölpreise, steigende Renditen und eine weiterhin schwache Konsumentenstimmung für Nervosität sorgen.

Der Schweizer Aktienmarkt hat eine wechselhafte Woche mit einem versöhnlichen Schlusspunkt beendet. Am Freitag machten die Kurse einen grossen Teil der Verluste vom Vortag wett. Über die gesamte Woche blieb ein moderates Plus. Die entscheidenden Impulse kamen weniger aus der Schweiz als von den globalen Energie- und Anleihemärkten: Hohe Ölpreise schürten Inflationssorgen, steigende Renditen belasteten die Bewertungen – und jede Entspannung löste umgehend Käufe aus.

Woche im Überblick: Freitagsrally rettet das Plus

Der Swiss Performance Index (SPI) schloss am Freitag bei 19’542,69 Punkten. Gegenüber dem Vorwochenschluss von 19’397,24 Punkten entspricht dies einem Gewinn von 0,7 Prozent. Der Swiss Market Index (SMI) beendete die Woche bei rund 13’787 Punkten und legte 0,9 Prozent zu.

Der Weg dorthin war unruhig. Am Montag startete der SMI freundlich, zur Wochenmitte dominierten jedoch hohe Renditen und wieder steigende Ölpreise. Am Donnerstag fiel der Leitindex um 1,24 Prozent auf 13’637 Punkte. Der Brent-Ölpreis bewegte sich zeitweise über 105 Dollar je Fass, während Sorgen über die französische Staatsverschuldung und hohe US-Renditen die Risikobereitschaft dämpften.

Am Freitag folgte die Gegenbewegung. Gesunkene Ölpreise und eine Beruhigung am Anleihemarkt lockten Käufer zurück. Der SMI gewann 1,1 Prozent, der SPI 1,06 Prozent. Roche und Novartis erholten sich, Sika profitierte von einem Zukauf in Grossbritannien. Fast alle SMI-Titel schlossen höher; einzig Logitech fiel nach schwachen US-Technologievorgaben deutlich zurück.

Top-Mover: Kleine Titel mit grossen Ausschlägen

Die grössten Wochenbewegungen im breiten SPI spielten sich abseits der Schwergewichte ab. Curatis führte die Gewinnerliste mit plus 12,6 Prozent an. Dahinter folgten Asmallworld mit plus 11,1 Prozent und Schlatter Industries mit plus 10,6 Prozent. Bei solchen Nebenwerten können bereits kleine Handelsvolumen beträchtliche Kursausschläge auslösen. Die Rangliste sagt deshalb mehr über die jeweilige Aktie als über die Marktbreite aus.

Auf der Verliererseite stand WISeQey mit minus 30,9 Prozent an der Spitze. ams-OSRAM verlor 15,0 Prozent und gab damit einen Teil des kräftigen Kurssprungs aus der Vorwoche wieder ab. Die Aktie war erst am 2. Oktober um mehr als 15 Prozent gestiegen; in dieser Woche folgten drei schwache Sitzungen in Serie. Infomaniak büsste 11,7 Prozent ein. Beim erst seit dem 1. Oktober kotierten Cloud-Anbieter bleibt die Preisfindung nach dem Börsendebüt besonders volatil.

Unter den grossen Namen fiel vor allem der Gegensatz zwischen defensiven Pharmawerten und zyklischen Titeln auf. Roche und Novartis stabilisierten den Index zeitweise, während Banken, Bau- und Industriewerte unter den höheren Renditen litten. Am Freitag drehte dieses Bild teilweise: UBS gewann 2,8 Prozent, Sika 1,7 Prozent und Lonza 1,6 Prozent.

Schweizer Wirtschaft: Stabiler Arbeitsmarkt, gedrückte Stimmung

Der Schweizer Arbeitsmarkt bleibt robust, zeigt gegenüber dem Vorjahr aber Bremsspuren. Laut Seco sank die Zahl der registrierten Arbeitslosen im September gegenüber August um 1’064 auf 140’480 Personen. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 3,0 Prozent, saisonbereinigt bei 3,1 Prozent. Im Jahresvergleich waren allerdings 7’247 Personen oder 5,4 Prozent mehr arbeitslos. Das spricht für eine schleichende Abkühlung, nicht für einen Einbruch.

Weniger ermutigend blieb die Konsumentenstimmung. Der Index lag im September bei minus 36 Punkten und damit nur knapp einen Punkt über dem Stand vor einem Jahr. Zwar beurteilten die Haushalte die erwartete Wirtschaftsentwicklung etwas besser. Ihre vergangene und künftige finanzielle Lage sowie die Bereitschaft zu grösseren Anschaffungen wurden aber schwächer eingeschätzt. Für den privaten Konsum ist das ein Warnsignal: Die makroökonomische Stabilität kommt bei vielen Haushalten noch nicht an.

An der Börse blieben zugleich geopolitische Nachrichten der wichtigste kurzfristige Taktgeber. Berichte über mögliche neue US-Angriffe auf den Iran trieben den Ölpreis am Donnerstag hoch. Aussagen von US-Präsident Donald Trump über konstruktive Gespräche mit Teheran sorgten am Freitag für Entspannung. Der abrupte Wechsel zeigt, wie empfindlich Aktien derzeit auf Energiepreise reagieren.

Ausblick: US-Inflation und Schweizer Firmenzahlen

In der Schweiz beginnt die Woche am Montag mit den September-Verkehrszahlen des Flughafens Zürich. Am Dienstag folgen die Neunmonatsumsätze von Givaudan und der Auftragseingang von Sulzer. Am Mittwoch stehen Lonza mit einem qualitativen Quartalsupdate und einem Kapitalmarkttag sowie Bossard im Fokus. Am Donnerstag berichten unter anderem VAT, Cicor und DocMorris. Zudem veröffentlicht das Bundesamt für Statistik den Produzenten- und Importpreisindex für September.

International wird der Mittwoch zum Schlüsseltag. In den USA erscheinen die Konsumentenpreise für September; erwartet wird ein Anstieg der Jahresteuerung auf 3,6 Prozent. Am Donnerstag folgen Produzentenpreise und Detailhandelsumsätze, am Freitag die Industrieproduktion. Hinzu kommen Inflations- und Handelsdaten aus China sowie die endgültige Eurozonen-Inflation. Einen grossen Notenbankentscheid gibt es nicht. Doch nach der jüngsten Renditebewegung dürfte bereits eine kleine Inflationsüberraschung genügen, um auch den Schweizer Markt kräftig zu bewegen.

Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlageberatung.

← Zurück zur Startseite