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Wochenrückblick KW 42: SMI springt 4,4 Prozent – defensive Titel sind wieder gefragt

Der Schweizer Aktienmarkt erlebt seine stärkste Woche seit Monaten: SMI und SPI legen deutlich zu. Defensive Schwergewichte, starke Firmenzahlen und sinkende Anleiherenditen treiben die Kurse.

Der Schweizer Aktienmarkt hat eine aussergewöhnlich starke Woche hinter sich. Während Technologiewerte an der Wall Street unter Inflations- und Bewertungsängsten litten, floss Kapital in defensive europäische Märkte. Davon profitierte die Schweiz besonders: Pharma, Nahrungsmittel und Versicherungen boten Anlegern den gesuchten Schutz, gleichzeitig sorgten überzeugende Unternehmensmeldungen für zusätzliche Kaufimpulse.

Woche im Überblick: Sechs Gewinntage in Serie

Der Swiss Performance Index (SPI) schloss am Freitag bei 20’288,85 Punkten. Gegenüber dem Vorwochenschluss von 19’542,69 Punkten entspricht dies einem Wochengewinn von 3,8 Prozent. Der Swiss Market Index (SMI) beendete die Woche bei 14’391,31 Punkten und gewann sogar 4,4 Prozent. Am Freitag allein rückte der Leitindex um 0,29 Prozent vor – sein sechster Gewinntag in Folge.

Die Rally war vor allem eine Flucht in Qualität. Hohe Energiepreise, hartnäckige US-Inflation und Sorgen um die Finanzierung des KI-Booms drückten die Stimmung an den amerikanischen Technologiebörsen. Gleichzeitig sanken die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen wieder etwas. Das machte stabile Dividendenwerte attraktiver. Die Schweizer Schwergewichte Nestlé, Roche und Novartis trugen über die Woche massgeblich zum Indexanstieg bei.

Ganz entspannt ist die Lage dennoch nicht. Die geopolitischen Risiken im Nahen Osten und gestörte Lieferketten halten den Ölpreis hoch. Ein erneuter Renditesprung könnte die jüngste Erholung rasch auf die Probe stellen. Vorerst überwog jedoch die Nachfrage nach defensiven Titeln.

Top-Mover: Givaudan glänzt, Technologiewerte verlieren

Die grössten Wochenbewegungen im breiten Schweizer Aktienmarkt lagen weit auseinander. Asmallworld führte die Gewinnerliste mit plus 45,6 Prozent an. Der wenig liquide Nebenwert reagiert allerdings schon auf kleine Handelsvolumen mit grossen Ausschlägen. Bystronic legte 15,1 Prozent zu. Auf Rang drei folgte Givaudan mit plus 14,3 Prozent.

Beim Aromen- und Riechstoffhersteller hatte die Bewegung ein solides Fundament. Givaudan steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten organisch um 5,2 Prozent. Besonders Fragrance & Beauty überzeugte mit 8,8 Prozent Wachstum. Im dritten Quartal beschleunigte sich das organische Konzernwachstum auf 8,6 Prozent – deutlich mehr, als viele Anleger erwartet hatten.

Auf der Verliererseite stand Curatis mit minus 13,7 Prozent. Comet verlor 12,8 Prozent, Huber+Suhner gab 10,9 Prozent nach. Damit zeigte sich der Gegenwind für konjunktur- und technologieabhängige Titel. Auch VAT, Inficon und ABB schlossen die Woche deutlich tiefer. Der Kontrast war klar: Defensive Konsum- und Gesundheitswerte wurden gesucht, Halbleiter- und Industriezulieferer verkauft.

Schweizer Wirtschaft: Preisdruck kehrt zurück

Die Schweizer Produzenten- und Importpreise sind im September gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent gestiegen. Teurer wurden vor allem Mineralölprodukte, Computer, Erdöl und Erdgas sowie Fahrzeuge und Fahrzeugteile. Gegenüber dem Vorjahr lag der Gesamtindex zwar noch 0,2 Prozent tiefer. Der Monatsanstieg zeigt aber, dass der Energiepreisschock zunehmend in der Schweizer Lieferkette ankommt. Für die SNB ist das ein Grund, die Inflationsrisiken aufmerksam zu verfolgen.

Auch der Immobilienmarkt kennt weiterhin nur eine Richtung. Gemäss dem Raiffeisen-Transaktionspreisindex verteuerten sich Einfamilienhäuser im dritten Quartal um 2,0 Prozent, Stockwerkeigentum um 1,7 Prozent. Im Jahresvergleich kosten Eigentumswohnungen 5,9 Prozent mehr. Trotz höherer Festhypothekarzinsen bleibt das knappe Angebot der stärkste Preistreiber.

Unter den Unternehmen setzte neben Givaudan auch Lonza ein Ausrufezeichen. Der Pharmazulieferer hob am Kapitalmarkttag seine mittelfristigen Ziele an. Neu stellt das Unternehmen ein organisches Wachstum von 10 bis 13 Prozent sowie eine Kern-EBITDA-Marge im hohen Dreissigerbereich in Aussicht. Für 2026 bestätigte Lonza die Prognose von 11 bis 12 Prozent Wachstum bei einer Marge von 33 bis 34 Prozent.

Ausblick: Zahlenflut bei Schweizer Schwergewichten

Die kommende Woche wird von Unternehmenszahlen geprägt. Am Dienstag berichten ABB, Comet und Huber+Suhner; zudem veröffentlicht das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit die September-Daten zu Aussenhandel und Uhrenexporten. Am Donnerstag folgt der Höhepunkt: Nestlé, Roche, Schindler, Kühne+Nagel, Galenica und Galderma legen Quartals- oder Neunmonatszahlen vor. Gleichzeitig publiziert die SNB das Protokoll ihrer letzten geldpolitischen Lagebeurteilung. Am Freitag folgen Sika, Holcim, SGS und BB Biotech.

International stehen am Freitag die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone und den USA im Mittelpunkt. Sie liefern den ersten breiten Blick auf die Wirtschaftsdynamik im Oktober. Einen Zinsentscheid der Fed, EZB oder SNB gibt es nicht; Fed und EZB tagen erst in der darauffolgenden Woche. Für den Schweizer Markt dürften deshalb Firmenzahlen, Ölpreis und Anleiherenditen den Ton angeben. Nach dem kräftigen Anstieg ist die Fallhöhe gestiegen – positive Überraschungen sind nun nötiger als zuvor.

Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlageberatung.

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