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Wochenrückblick KW 45: Rekordhoch, dann Wochenminus von 0,1 Prozent

Der SMI überstieg erstmals 15'000 Punkte, gab die Gewinne am Freitag aber wieder ab. Höhere Inflation und eine Flut von Unternehmenszahlen prägten eine wechselhafte Schweizer Börsenwoche.

Woche im Überblick

Der Schweizer Aktienmarkt hat in der Kalenderwoche 45 eine eindrückliche Berg- und Talfahrt erlebt. Der Swiss Market Index (SMI) sprang am Mittwoch um 1,9 Prozent nach oben und überschritt erstmals die Marke von 15’000 Punkten. Am Donnerstag folgte bei 15’092,56 Punkten ein neues Rekordhoch. Die Freude währte jedoch kurz: Ein internationaler Ausverkauf bei Technologiewerten griff am Freitag auch auf den defensiveren Schweizer Markt über.

Der SMI schloss die Woche bei 14’796,50 Punkten. Gegenüber dem Vorwochenschluss von 14’810,66 Punkten entspricht dies einem knappen Minus von 0,10 Prozent. Der breite Swiss Performance Index (SPI) verlor 0,07 Prozent und beendete den Freitag bei 20’831,76 Punkten. Auch der börsengehandelte SPI-Tracker SPICHA zeigte mit einem Rückgang von rund 0,05 Prozent praktisch dasselbe Bild.

Unter dem Strich war es damit eine Woche der verpassten Gewinne: Noch am Donnerstag hatte der SPI bei 21’271,96 Punkten ein Jahreshoch erreicht. Die abrupt zurückgekehrte Vorsicht an den internationalen Märkten löschte den Vorsprung fast vollständig aus. Auf Jahressicht bleibt die Bilanz dennoch ansehnlich: Der SPI liegt 2026 weiterhin gut 14 Prozent im Plus, der SMI rund 11,5 Prozent.

Top-Mover der Woche

Die stärkste Schweizer Aktie der Woche war Medartis mit einem Plus von 11,8 Prozent. Der Hersteller orthopädischer Implantate erhöhte seine Ziele für 2026. Besonders die erfolgreiche Einführung einer Daumenprothese in den USA sorgte für Zuversicht. Medartis erwartet nun ein Wachstum oberhalb der bisherigen Spanne von 17 bis 19 Prozent sowie eine Profitabilität am oberen Rand der bisherigen Prognose.

Auf Rang zwei folgte Burckhardt Compression mit plus 6,3 Prozent. Trotz eines tieferen Halbjahresumsatzes von 459 Millionen Franken überzeugten die Erholung beim Auftragseingang und eine bereinigte EBIT-Marge von 12,8 Prozent. Holcim gewann 6,2 Prozent. Der Baustoffkonzern profitierte weiter von soliden Quartalszahlen, höheren Jahreszielen und der angekündigten Übernahme des australischen Unternehmens Burdett.

Am anderen Ende der Rangliste brachen die Aktien von Medacta um 9,4 Prozent ein. Der Orthopädiekonzern senkte wegen eines schwächeren US-Geschäfts sein Wachstumsziel für 2026 von bisher 10 bis 14 Prozent auf rund 9 Prozent in Lokalwährungen. Cembra verlor 5,3 Prozent, nachdem UBS die Aktie auf «Verkaufen» zurückgestuft und das Kursziel deutlich gesenkt hatte. Roche gab 4,1 Prozent nach. Auch hier belastete eine UBS-Abstufung, obwohl das Kursziel gleichzeitig von 376 auf 420 Franken angehoben wurde.

Wichtigste News der Woche

Inflation springt auf 1,5 Prozent

Die Schweizer Jahresteuerung stieg im Oktober überraschend deutlich von 1,0 auf 1,5 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Dezember 2023. Ökonomen hatten mit 1,1 bis 1,4 Prozent gerechnet. Haupttreiber waren die Erdölprodukte, die sich binnen Jahresfrist um rund 40 Prozent verteuerten. Die Kerninflation blieb dagegen bei moderaten 0,5 Prozent. Für die Schweizerische Nationalbank ist das ein gemischtes Signal: Die Inflation liegt weiter im Zielband von 0 bis 2 Prozent, der Spielraum für Zinssenkungen ist aber kleiner geworden.

Swiss Re und Swisscom liefern solide Zahlen

Swiss Re steigerte den Gewinn in den ersten neun Monaten um 3 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar. Die Eigenkapitalrendite lag bei 22,5 Prozent, und der Rückversicherer bestätigte sein Gewinnziel von 4,5 Milliarden Dollar für das Gesamtjahr. Rückenwind kam von geringeren Naturkatastrophenschäden als erwartet und einem soliden Anlageergebnis.

Bei Swisscom sank der Umsatz in den ersten neun Monaten um 2,1 Prozent auf 10,94 Milliarden Franken. Der operative Gewinn nach Leasingkosten stieg jedoch um 1,5 Prozent, der Reingewinn um 2,4 Prozent. Zudem verbesserte der Telekomkonzern seine Erwartungen für den freien Cashflow und die Verschuldung leicht. Die Resultate unterstreichen, dass Kostendisziplin und das Italiengeschäft die rückläufigen Umsätze im Schweizer Kerngeschäft abfedern.

Arbeitsmarkt bleibt stabil

Die Schweizer Arbeitslosenquote verharrte im Oktober bei 3,0 Prozent. Zwar nahm die Zahl der registrierten Arbeitslosen gegenüber September leicht auf 141’015 Personen zu, saisonbereinigt ging sie jedoch zurück. Im Vergleich zum Vorjahr waren 4,3 Prozent mehr Menschen arbeitslos. Der Arbeitsmarkt kühlt sich damit langsam ab, zeigt aber noch keine deutlichen Schwächesignale.

Ausblick nächste Woche

Die kommende Woche wird vor allem von Unternehmenszahlen geprägt. Am Dienstag berichten Alcon, Sunrise, PSP Swiss Property, BKW und Lem. Am Mittwoch folgen das Trading Update von Swiss Life und die Halbjahreszahlen von Ypsomed. Am Donnerstag stehen Zurich Insurance, Sonova und Adecco im Fokus.

Der wichtigste Termin folgt am Freitag: Richemont legt seine Halbjahreszahlen vor. Nach den zuletzt wechselhaften Signalen aus China werden Anleger besonders genau auf das Schmuckgeschäft, die Nachfrage chinesischer Kunden und die Margen achten. Ebenfalls am Freitag veröffentlicht das Bundesamt für Statistik den Produzenten- und Importpreisindex für Oktober.

International richten sich die Blicke auf die US-Inflationsdaten und die zweite Schätzung zum Wachstum der Eurozone im dritten Quartal. Beide Veröffentlichungen können die Zinserwartungen und damit auch den Franken bewegen. Nach dem gescheiterten Ausbruchsversuch über 15’000 Punkte dürfte der SMI empfindlich auf Überraschungen reagieren. Entscheidend wird sein, ob die Schweizer Schwergewichte den Verkaufsdruck vom Freitag rasch abschütteln können.

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